STF Vorspannkraft beim Zurrgurt: So hält Niederzurren wirklich
Stand: 25. September 2026. Auf jedem blauen Etikett am Zurrgurt stehen drei Werte. LC, STF und SHF. Wer Ladung im Lkw sichert, braucht alle drei.
LC ist die Zurrkraft im Direktzurren. STF ist die Vorspannkraft im Niederzurren. SHF ist die Handzugkraft am Ratschenhebel. Die Norm ist die DIN EN 12195-2.
LC hält die Last, STF drückt sie auf die Ladefläche
Direktzurren verbindet die Ladung mit den Zurrpunkten. Der Gurt zieht schräg. LC in daN begrenzt diese Verbindung. 1 daN entspricht rund 1 kg Zugkraft.
Niederzurren drückt die Ladung von oben auf die Ladefläche. Der Gurt läuft über die Ladung. Die Ratsche spannt ihn vor. Reibung zwischen Ladung und Boden hält die Kiste dann in Position.
STF misst diese Vorspannung. Der Wert steht in daN. Beispiel: STF 350 daN bedeutet 350 daN Druck im Gurt nach dem Spannen mit 50 daN Handkraft.
Die Ratsche erzeugt die STF
Die Kurzhebelratsche ist 2026 Standard im Fuhrpark. Sie liefert meist STF 300 bis 350 daN. Der Hebel ist kurz. Die Hand zieht mit 50 daN nach SHF.
Die Langhebelratsche DoMulti von Dolezych liefert STF 680 daN bei 50 daN Handkraft. Der Hebel ist länger. Das Getriebe übersetzt stärker. Der Wert steht auf dem blauen Etikett.
Der Unterschied verändert die Rechnung. Ein Gurt mit STF 680 daN ersetzt zwei Gurte mit STF 340 daN. Die Zahl der nötigen Gurte halbiert sich. Fahrer spannen weniger Gurte. Ladestellen sparen Zeit.
Rechenbeispiel für das Niederzurren
Die Formel nach EN 12195-1 lautet: Zahl der Gurte = (Gewichtskraft x Reibbeiwert-Faktor) / STF. Der Reibbeiwert μ liegt bei Holzpalette auf Siebdruckplatte bei 0,3. Mit Antirutschmatte steigt μ auf 0,6.
Beispiel: 1.000 kg Kiste, μ = 0,3, STF 350 daN. Die Rechnung verlangt vier Gurte. Mit STF 680 daN reichen zwei Gurte. Mit Antirutschmatte und μ = 0,6 reicht oft ein Gurt mit STF 350 daN.
Die Vorspannung wirkt nur beidseitig bei beidseitiger Messung. Moderne Prüfgeräte wie DoMess messen den Wert direkt am Gurt. Kontrolle erfolgt nach Fahrtantritt und nach starkem Bremsen.
Kante frisst Vorspannung
Scharfe Kanten schneiden in das Gurtband. Das Gewebe verliert Festigkeit. Die Norm EN 12195-2 verlangt Kantenschutz bei rauen oder scharfen Kanten.
Kunststoffwinkel verteilen den Druck. Das Band gleitet beim Spannen. Die STF bleibt auf beiden Seiten der Kante erhalten. Ohne Schutz fällt die Vorspannung hinter der Kante um bis zu 50 Prozent.
Stahlkanten, Palettenhölzer und Betonteile brauchen immer Schutz. Der Winkel muss die Kante voll abdecken. Das Band läuft mittig im Winkel.
Einteilig oder zweiteilig
Der einteilige Gurt hat Klemmschloss oder Ratsche fest am Band. Er umschlingt Kisten, Rollen und Möbel. Er eignet sich für Bündelung und Umreifung im Fahrzeug.
Der zweiteilige Gurt besteht aus Losende und Festende mit Ratsche. Haken am Bandende greifen in die Zurrschiene. Er eignet sich für Niederzurren und Diagonalzurren im Lkw und Anhänger.
Die Gurtlänge bestimmt die Reserve. 4 m reicht für Palettenware bis 1,2 m Höhe. 8 m deckt hohe Maschinen und Doppelstockbeladung ab. Überlänge gehört aufgerollt fixiert.



